Vereins Geschichte:Wenn man in der Geschichte des Trachtenvereins nachschaut beginnt die ganze Sache eigentlich schon viel früher. DieTrachtenbewegung ausgehend vom Lehrer Vogl in Bayrischzell und gestützt durch Mentoren aus Politik und Wirtschaft scheintdas Land ergriffen zu haben. So wurden auch in unserer Gegend um den Chiemsee Trachtenvereine gegründet. Zum Beispiel1895 in Prien oder 1897 in Atzing oder in Wildenwart. „Im Jahre 1904 taucht beim Schiffmann (heute Ganterer) ein Verwandterauf, aus der Gegend von Wildenwart, Georg Möderl genannt der Siller Schorsch. Er brachte die Idee zur Gründung einesTrachtenvereins mit und begeisterte die jungen Leute mit den alten Tänzen und Plattlern.Der Grundstein für dieVereinsgründung war damit gelegt. Diese Vollzog sich im darauffolgenden Jahr am 21.Mai 1906 mit 28 Gründungsmitgliedern.Als Vereinsnahme wurde D’Chiemseer gewählt Zum Vorstand wurde Franz Stadler gewählt. Er ging mit seinen 23 Jahren dieSache mit Schwung an und zog vor allem die Jugend zum Verein. Der junge Verein entwickelte sich. Ab 1912 stand dem VereinPaul Huber vor denn Franz Stadler verkaufte das Straßlanwesen 1909 und verlies Gstadt.Der 1. Weltkriegwar ein einschneidendes Ereignis für den noch jungen Verein. 7 Vereinsmitglieder mussten fern der Heimat ihr Leben lassen Sokam es erst in den Jahren 1919 1920 zu einem Aufleben des Trachtenvereins. In der Versammlung vom 8. Mai 1921 wurdeKaspar Obermeier zum Vorstand gewählt. Der Verein zählte zu diesem Zeitpunkt wieder 45 Mitglieder unterdenen sich schon 7Frauen befanden. „A Fahn’ muss her“, so steht es ganz groß in der Chronik. Doch bis dass es zu Fahnenweihe kommen konnte war noch ein langer Weg. Unter demVorstand Franz Hamberger wurden die Pläne immer konkreter Um die Fahne finanzieren zu können wurde eineNutzholzsammlung bei den Bauern angestrebt, denn das Geld war in der damaligen Zeit wegen der Inflation nicht viel wert.Wegen der in den Augen der Kirche zweifelhaften Stellung der Trachtenvereine in der Gesellschaft musste zur Fahnenweihe einAbkommen mit dem Pfarrer von Breitbrunn geschlossen werden. Als Paten für die Fahne wurde der Trachtenverein aus Prienauserkoren, die dieses Amt damals übernommen haben und dies bis zum heutigen Tage auch noch mit Leben erfüllen.Fahnenmutter war Anna Pandler, Fahnenbraut war Anna Gelder Fahnenjunker wurde nach unerwartetem Tod vom Josef OttFranz Maurer Am 10. August war es dann so weit. Die in München bei der Fahnenstickerei M. Auer in Auftrag gegebene Fahnekonnte abgeholt werden. Mit einem ganzen Rucksatz voll Geld fuhr man nach München und holte die 30.893.310 Mark teuereFahne ab. Das Fest der Fahnenweihe wurde für den 12. August 1923 angesetzt. 32 Vereine wirkten bei der Fahnenweihe mitMusikkapellen mit. Zur Ehre des Vereins kam auch 1. Gauvorstand Thomas Bacher und 2. Gauvorstand Martl Mauer ausMünchen Vom Fest wird gesagt dass Breitbrunn noch nie so ein Fest gesehen hat. Wirren im VereinIn den folgenden Jahren waren verschieden Meinungen im Verein was zu einem häufigen Vorstandswechsel führte. In dieserZeit standen fünf Vorstände dem Verein vor. Im Jahr 1927 beruhigte sich die Lage Unter dem Vorstand Peter Huber wurde eineTheatergruppe gegründet die mit großem Erfolg mehrere Theaterstücke aufführte. Ein großes Ereignis war das 25 jährigesVereinsfest im Jahre 1931 von dem leider nur noch wenig bekannt ist. Wegen des Regens wurde der Gottesdienst in derBreitbrunner Kirche abgehalten. Beflügelt durch das Fest nahm der Trachtenverein in den folgenden Jahren einen starkenZulauf.Mit den 2. Weltkrieg kam wieder eine dunkle Zeit über das gemeinschaftliche Leben und den Trachtenverein. Viele Männer aus dem Verein musstenin den Krieg ziehen. Unter den vielen Gefallen unserer Gemeinden befinden sich auch 16 Mitglieder unseres Trachtenvereins.Nach dem Weltkrieg sammelten sich die Trachtler und nach der unseligen Zeit des Krieges mit all seinen Leiden und Schreckenwar der Trachtenverein für die Jungen ein Verein wo man sich finden konnte. So begann in Breitbrunn nach dem Krieg derErfolgszug des Trachtenvereins. Gestützt durch die Vorstände Hans Frank und Engelbert Frank wurde ein Aufbruch gewagt.Noch unter Genehmigung der Amerikanischen Militärregierung wurden Proben und Almtänze abgehalten. Immer mehr Mitgliederschlossen sich dem Trachtenverein an. Ein Grosses Ereignis für die Gemeinde war am 28 Juni 1949 die Priminz von JohannReiter. Das ganze Dorf war herausgeputzt um diese große Feier zu begehen. Natürlich beteiligte sich auch der Trachtenvereinmit Tänzen an der Feier. Zum Gedenken an die vermissten und gefallenen Trachtenkammeraden wurde die Trachtenwallfahrtnach Maria Eck ins Leben gerufen. Seit 1951 pilgert so auch der Breitbrunner Trachtenverein zum Gnadenbild der MutterGottes. Nach dem 2. Weltkrieg wurde mit Theateraufführungen begonnen. Dabei wurden nicht nur lustige Stücke sondern auchernste und dramatische Stücke aufgeführt. 1953 wurde Sepp Bergmann Vorstand des Trachtenvereins. Unter ihm wurde das 50jährige Gründungsfest begangen. Bestens organisiert fand die Feier am 18 und 19 August statt. Das Festzelt wurde vor demGasthof zur schönen Aussicht aufgestellt Mit Gruppen den Festvereins und des Priener Patenvereins wurde ein großerHeimatabend gefeiert. Der Festgottesdienst den Pfarrer Fuhrer zelebrierte war Höhepunkt des Festes. Dem schloss sich einkilometerlanger Zug von 31 Trachtenvereinen und 6 Musikkapellen an. Trachtenvereine von Reichenhall bis Ebersberg warenzahlreich vertreten insgesamt ungefähr 1500 Personen. 1957 wurde Sepp Obermeier zum neuen Trachtenvorstand gewählt. Er führten den Verein mehr als 30 Jahre lang. 1958 wurdedie Patenschaft für den neu gegründeten Trachtenverein in Burgkirchen übernommen. Am 11 Januar war das Patenbitten inBreitbrunn und am 22. Juni das Fest in Burgkirchen. In den nächsten Jahren war nicht nur die Beteiligung und Abhaltung vonFesten Bestandteil der Aufgaben des Trachtenvereins sondern man steckte damals schon sehr viel Kraft in die Jugendarbeitgesteckt. Franz Obermair war lange Zeit ein unermütlicher Motor dieser Arbeit, die sich im nachhinein als richtig und wichtigerweist.Ende der 50er Jahre, Anfang der 60 wurde der Einfluss der „modernen Zeit“ größer, der auch die Trachtenvereine vor einengroße Interessenkonflikt stellte. So erregte eine Aussage über den „Bubikopf“ im Jahre 61 einige Aufregung. 1963 kam der Patenverein aus Eggstätt zum Patenbitten denn es Stand das 40. Gründungsfest mit Fahnenweihe vor der Türe.DerTrachtenverein beteiligte sich als Göd mit grosser Teilnehmerzahl an diesem Fest1964 fand ein grosses Trachtenfest anlässlich des 50. Jahrestags der Gründung der Vereinigung BayrischerVolkstrachtenverbände links der Donau in Nürnberg statt. Auch die Breitbrunner waren bei diesem Fest dabei.1966 wurde anlässlich des 60jährigen Gründungsfestes ein Bierzelt an der Mooshapner Strasse aufgestellt. Dort fand dasschonseit einigen Jahren eingeführte 6 Vereinepreisplatteln mit sehr guten Ergebnissen für den Breitbrunner Verein statt. Am 27.August wurde in Festheimatabend abgehalten zudem auch die Patenvereine aus Prien Eggstätt und Burgkirchen und auch dieNachbarvereine vorhanden waren.Ein Trachtenfest mit Fahnenweihe in Rimsting fand 1968 statt. Unser Verein war bei den Nachbarn natürlich dabei. Im Jahr 1972 begann der Trachtenverein das Strandfest in Stadl am neu gebauten Strandbad auszurichten. Das Fest an einemder schönsten Plätze am Chiemsee fand und findet nach wie vor grossen Zulauf. Am Anfang noch mit dem Turnverein undanderen Ortsvereinen wurden Atraktionen wie zum Beispiel das Fischerstechen ausgeführt. Das Seefest ist für denTrachtenverein auch ein wichtiges Rückgrad zur Finanzierung der zahlreichen Aktivitäten.Mit der Bitte erneut die Patenschaft für das 50jährige Gründungsfest zu übernehmen kam der Nachbarverein aus Eggstätt 1973zu uns.1974 übernahm Anderl Krug die Vorstandschaft von Sepp Obermeier. Während seiner Vorstandschaft wurde die Freundschaftmit dem Trachtenverein Reichenbach in der Röhn gepflegt den man auch besuchte.Für das 70 jähriges Gründungsfest wurde ein Zelt am Möslweg aufgestellt. Zu diesem Fest war auch der Gegenbesuch desTrachtenvereins aus Reichenbach. Dazu fand ein Fränkischer Weinabend statt. Die Patenvereine Prien, Eggstätt undBurgkirchen waren ebenso zum Festtag gekommen wie die Nachbarvereine aus Rimsting und Seebruck. Ein Festheimatabendschloss sich eine Woche später an.Sepp Obermeier übernahm 1976 nach 2 Jähriger Pause wieder die Vorstandschaft. Franz Landinger gründete dieJugendgruppe um eine Bücke zwischen den Trachtenkindern und den Aktiven zu bilden.1979 begann man am Dorfplatz ein Weinfest zu veranstalten. Mit Weinen aus Franken, Hessen und Südtirol kam es in denfolgenden Jahren zu manch fröhlichen Stunden am Dorfplatz. Einige Jahre aber war das Wetterglück dem Dorffest nicht so hold.Für das 75 jährige Gründungsfest beschloss man eine neue Fahne anzuschaffen. Nach einigen Diskussionen wurde sie bei derFahnenstickerei Kössinger in Schierling Niederbayern in Auftrag gegeben. Weitere Vorbereitungen für das Fest schlossen sichan. Gustl Aich entwarf ein neues Taferl. Im Juni 1981 wurde das das 75 jährige Gründungsfest begangen, zu dem auch dasGebietspreisplatteln stattfand. Nach dem Totengedenken fand ein Heimatabend statt . Der Festtag fand tagsdrauf am 21. Junistatt. Nach dem Gottesdienst wurde die Fahne geweiht zu dem Irmi Seidl als Fahnenmutter und Maria Thalhauser alsFahnenbraut fungierten. 23 Vereine beteiligten sich an diesem unvergesslichem Tag. Weitere Veranstaltungen der Ortsvereineschlossen sich an.Ein grosses Ereignis war das Jahrhundertfest der bayrischen Trachtenvereine in München zu dem 22.990 Trachtler aus 549Vereinenteilnahmen.Zu ersten Mal nach dem Krieg fand am 26. Februar 1982 eine Faschingshochzeit statt, die der Trachtenverein organisiert hatte.Sowurden auf dem Misthaufen beim Brunnmoier Anastasius Krautinger und deren Bräutchen Franziska Kreszenz Hartburgervermählt.Beim Hoagart wurde nach 20 jahren von den jungen Aktiven wieder ein Einakter aufgeführt. In der nächsten Jahren folgtenweitereheitere Dreiakter die alle unter der Regie von Vorstand Sepp Obermeier geleitet wurdenIm Jahr 1986 stand das 80 jährige Gründungsfest des Trachtenfest auf dem Terminkalender das mit Festwochem vom 16. Maibis 30. Mai. Auf den Festheimatabend am 18. Mai folgte am Pfingstmontag der Festtag dessen Höhepunkt der Festgottesdienstin der Pfarrkirche war. Geleitet von den Patenvereinen aus Eggstätt und Prien sowie den Ortsvereinen marschierte man wiederzurück ins Festzelt wo das Fest gemütlich ausklang. Gauvorstand Max Reiter und MdL Breitrainer ehrten den Vorstand SeppObermeier für seine über 25jähreige Vorstandstätigkeit.1992 lud der Schützenverein Gemütlichkeit in Breitbrunn zum Gründungsfest. Sowohl beim Festheimatabend als auch beimFestumzug war der Trachtenverein aktiv beteiligt. Beim 100 jährigen Gründungsfest des Patenvereins in Prien im selben Jahrbeteiligte sich unser Verein so zahlreich dass wir den Meistpreis (aussergau) gewannen.Das letzte grosse Trachtenfest fand anlässlich des 90 jährigen Gründungsfestes vom 31. Mai bis 9. Juni statt. Nach demBieranstich fand am Samstag der grosse Festheimatabend statt zudem unser Obermaier Sepp mit dem „GoldenenGauehrenzeichen“ für die langjährige außerordentliche Vereinstätigkeit ausgezeichnet wurde. Zum Festtag kamen 31Trachtenvereine 7 Musikkapellen und 8 Festwägen. Nach dem Gottesdienst auf der Martl-Maier Wiese zogen die Vereine durchdas Dorf zum Festzelt das am Sportplatz aufgestellt war.An den folgenden Tagen schlossen sich Tanzveranstaltungen der Ortsvereine an. Am zweiten Wochenende fand dasGebietspreisplatteln im Festzelt statt.Zur Fahenweihe der Hartseer in Eggstätt übernahm 1998 unser Verein die Patenschaft. Christine Plank übergab dasPatenband.1999 wurde Sepp Obermeier als Vorstand verabschiedet. Nach fast 30 jähriger Vereinstätigkeit wurde er von Paul Vodermairabgelöst. Sepp Obermair bekam für seine Tätigkeit im April die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Breitbrunn verliehen.